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Von Scheremetjewo I nach Scheremetjewo II in weniger als 57 MinutenRückflug von Riga nach Frankfurt über Moskau, Sonntag morgen 7 Uhr. Samstag nacht um 5 Uhr den Club verlassen. An der Straße steht ein alter Lada mit schlafendem Fahrer. Geweckt. Wir fahren zum Hotel, Tasche aus dem Zimmer geholt, weiter zum Flughafen. Viel zu früh angekommen. Nun war ich gespannt, wie das in Moskau läuft. Ich mußte ja vom Flughafen Scheremetjewo I nach Scheremetjewo II und hatte kein Visum mehr. Das wurde beim Verlassen Rußlands, beim Abflug von Moskau nach Riga, aus dem Paß gerissen. Das Fräulein an der Paßkontrolle im Moskauer Flughafen Scheremetjewo I sagte mir dann, ich solle mal da hinten warten. Nachdem sie mit allen Passagieren fertig war, ließ sie den Rolladen an ihrem Kabäuschen runter und verschwand in einem Pausenraum. Stille. Das nächste Flugzeug kommt. Außer mir bleibt nun noch ein Bulgare übrig, der nach Sofia weiter will. Nach 15 Minuten ein neues Flugzeug mit vielen Passagieren. Nach weiteren 15 Minuten wieder alle weg. Das winzige Stückchen Niemandsland leergefegt. Jetzt hatte ich 30 min. bis zu meinem Abflug nach Frankfurt am anderen Flughafen. Der Bulgare hatte noch 2 Stunden, schob aber schon ziemlich Panik. Hin und wieder kam jemand von den Zöllnern aus dem Pausenraum um zur Toilette zu gehen. Die Dame mit dem höchsten Dienstgrad fing ich dann ab und versuchte ihr klar zu machen, daß jetzt irgendetwas passieren sollte. Oh, oh, Frankfurt ..... sie hatte offenbar Bedenken, daß das noch klappen konnte und verschwand. Nach 15 Minuten erschien jemand und schrieb die Namen der zwei Gestrandeten auf ein großes Blatt Papier. Hoffnung. Und nach weiteren 15 Minuten fuhr ein großer leerer Bus vor, Modell Stadtomnibus. Der fuhr uns 2 - 3 km entlang des Start-/Landegebiets, umrundete dessen Spitze und brachte uns so auf die andere Seite nach Scheremetjewo II. Dort auch niemand zu sehen außer dem Busfahrer. Also die einzige sichtbare Gebäudetür ausprobiert. Die führt in einen großen Kellerraum, der kaum für Publikumsverkehr gedacht sein kann. Eine Treppe nach oben. Aha, hier sieht es schon eher nach Flughafen aus. Wir landen in einer Parzelle mit hohen Glaswänden und verschlossenen Türen. Zwei Parzellen weiter läuft gerade ein Boarding. Ich rufe auf russisch rüber, daß wir hier eingeschlossen sind und ich aber gerne zum Flugzeug nach Frankfurt möchte. Man telefoniert sofort. Nach kurzer Zeit erscheint eine Flughafendame, die erstaunt feststellt, daß wirklich alles abgeschlossen ist. Holt Hilfe. Nun versucht sie, mir an Ort und Stelle eine Bordkarte auszustellen. Der Apparat funktioniert nicht. So erhalte ich endlich mal eine handgeschriebene Bordkarte. Sie fragt mich, ob ich laufen kann, und hoppelt voraus durch das halbe Flughafengebäude. Ich hinterher. Und womit ich nie und nimmer gerechnet hätte, ich darf bester Laune über die Gangway in einen geduldig wartenden Airbus der Aeroflot schreiten, vollbesetzt mit genervt wartenden Passagieren. Später habe ich dann in einem Aeroflot-Flyer gelesen, daß man für den Transfer von Scheremetjewo I nach II mit mindestens 3 Stunden rechnen muß. Moskau, September 1999
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