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Sylvester in Rio ...
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Digitalkameraund konnte sie trotz des miserablen Wetters hin und wieder mal einsetzen. Hier hat sie sich einmal selbst fotografiert, das gute Stück !
Canon Powershot S30 mit 3,2 Megapixeln
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Ihren ersten Einsatz hatte sie schon in Europa. Durch irgendwelche Flugausfälle
auf Grund des 11.September wurde mein SPANAIR-Flug ziemlich merkwürdig auf Lufthansa
und Varig umgebucht, so daß ich auf dem Hinflug die Kleinigkeit von 10 Stunden
Aufenthalt in Madrid hatte. Bei 7° Celsius herrschte wunderschöner Sonnenschein,
so daß flugs ein paar Zufallsfotos von Madrid's schönen Plätzen
geschossen waren.
Ja, in Rio hat es geregnet. Und wenn es in Rio regnet, dann richtig. Sieht lustig aus, wenn die Autos in der Tiefgarage an der Decke schwimmen. Weniger lustig ist es in den Favelas an den Berghängen. Nach 2 Tagen Regen gibt es mehr als 50 Tote im Bundesstaat Rio de Janeiro !!! |
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Am Sylvestertag selbst sind die meisten Brasilianer ganz in weiß gekleidet,
tragen T-Shirts mit der Aufschrift REVEILLON 2002 und eine Million
Leute strömt in Copacabana am Abend Richtung Strand, um das Feuerwerk anzuschauen.
Kein Problem, ein 5 Kilometer langer Sandstrand, der oft mehr als 100 m breit ist, kann
die Million locker schlucken.
Das letzte Mal in Rio, vor zwei Jahren, hatte ich eine ziemlich abwechslungsreiche Zickzackreise mit dem Airpaß von Vasp gemacht. Die Route von Januar 2000 anschauen Dieses Mal wollte ich die Busse ausprobieren und vor allem auch Salvador, die alte Hauptstadt von Bahia, besuchen. |
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Die Busse sind suuuper bequem. Und so ist es kein Problem die 1800 km von Rio nach Salvador
in einer Fahrt zurückzulegen. Aber warum so hastig, auf dem Wege lassen sich
natürlich auch Stationen machen.
In 8 Stunden Busfahrt von Rio aus läßt sich Vitoria erreichen, die Hauptstadt von Espirito Santo, dem kleinen nördlichen Nachbarstaat von Rio de Janeiro. Vitoria ist eine wichtige Hafenstadt. Um ihre touristischen Reize zu entlocken, muß man wahrscheinlich länger bleiben als nur einen Spätnachmittag und einen Abend. |
Vitoria de Espirito Santo |
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Am anderen Morgen also wieder zur Rodoviaria (so heißen in Brasilien die
Busbahnhöfe). Das Ticket nach Porto Seguro hatte ich gleich bei Ankunft gestern
nachmittag gekauft. Die Tickets aller Fernbusgesellschaften sind nummeriert
und beim Ticketkauf am Schalter kann man sich die Belegung und die freien Plätze
aller Busse der jeweiligen Gesellschaft auf dem PC-Monitor anschauen.
Auf den Namen Porto Seguro's konnte man im Jahre 2000 auch in der deutschen Presse häufig treffen. Wegen der vielen Jubiläen. Porto Seguro liegt an der sogenannten Küste der Entdeckung. Am 22.April 1500 landete ganz in der Nähe eine portugiesische Flotte unter Leitung von Pedro Alvares Cabral. Eigentlich wollten sie nach Kalkutta um nach Gold, Edelsteinen und Pfeffer Ausschau zu halten - aber man muß die Entdeckungen eben nehmen wie sie kommen. Weil sie außer Pau do Brasil, einem rötlichen Färbeholz, nicht viel fanden, mit dem man Handel treiben konnte, bekam das Land schnell den Namen Brasil. Hier gibt es den Marco do Descobrimento, den Markstein der Entdeckung, mit dem die Portugiesen ihren Besitzanspruch auf dieses große Land dokumentierten. Voraussetzung für diesen Anspruch war natürlich der auf Initiative des Papstes zustande gekommene Vertrag von Tordesillas 1494 zwischen Spanien und Portugal, mit dem der Bischof von Rom die noch in Besitz zu nehmende Restwelt entlang des 50-ten Längengrades zwischen Spaniern und Portugiesen aufzuteilen gedachte mehr dazu bei P. Bigorajski.... In Folge dieses Abkommens findet man heute westlich des besagten Längengrades eine Unzahl spanisch sprechender Länder (nämlich ganz Lateinamerika außer Brasilien) und Richtung Westen gibt es außer Ostbrasilien viel lusitanisches Afrika: Kapverdische Inseln, Guinea Bissau, Angola, Mosambique. Im Jahre 2000 gab es in Porto Seguro auch heftige Proteste von Abkömmlingen der Indianer gegen Feierlichkeiten wie "500 Jahre Entdeckung Brasiliens" - logischerweise eine fragwürdige Wortwahl aus Sicht der Indianer. Die Tourismus-Behörde Bahia's wirbt seit dem mit Sprüchen wie: "Bahia, Tourismus seit 500 Jahren" Und wie sieht es heute hier aus. Ein bißchen wie Sommerfrische, so á la Bad Ischgl des k.und k. Reiches vor 150 Jahren. Echter Massentourismus, und keiner weiß so genau warum sie alle kommen. Es ist bestimmt nicht die schönste Küste Brasiliens, aber in Wassernähe gibt es auf mindestens 20 km keinen Quadratmeter, der nicht touristisch genutzt ist. Unzählige Jugendgruppen aus São Paulo, und am Wochenende noch zusätzlich jede Menge Reisebusse aus allen Großstädten des Bundesstaates Minas Gerais für Tagesbesucher. Nur die Argentinier waren in diesem Jahr deutlich schwächer vertreten als sonst. Ihre Regierung konnte die wahnwitzige 1:1-Bindung des Peso an den US-Dollar gegen die subtile und sanfte (Real-) Weichwährungs-Politik Fernando Henrique Cardoso's nicht mehr durchhalten und trat zum Raubzug auf die Bankkonten des argentinischen Mittelstandes an. |
Igreja Matriz de Nossa Senhora da Penha (1535)
Der Markstein der Entdeckung
Passarela da Alcoól
Am Strand von Porto Seguro
Axe Moi: Ganztägiger Formationstanz am Strand |
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Nicht viel weniger historisch als Porto Seguro ist die Hauptstadt des Bundesstaates Bahia:
Salvador. Am 1.November 1501 ging hier Amerigo Vespucci an Land und taufte die
Bucht auf den Namen "Baía de Todos os Santos = Allerheiligenbucht".
Mangels Wahrnehmung besonderer Merkmale hat er ihr also einfach das Datum seines Besuchs
als Namen verpaßt. Ungefähr 30 Jahre später fängt man an Zucker anzubauen
und 1549 wird Salvador da Baía de Todos os Santos vom portugiesischen König zur
Hauptstadt der Kolonie erklärt. 1763 muß Salvador diese Rolle an Rio de Janeiro
abgeben. Zwischendurch wirft auch der 30-jährige Krieg in Europa seine Schatten
auf Brasilien: Die Holländer bringen große Teile Nordostbrasiliens für
drei Jahrzehnte in ihre Hand,
darunter fast ganz Bahia. Ein Pluspunkt Salvadors ist die Steilküste im Innern der
Bucht. Von Barra am Eingang der Bucht bis zum Zentrum Salvadors gibt es noch heute
keine Strände und
keine Küstenstraße, sondern nur eine Steilküste. Auf der gegenüberliegenden
Insel Itaparica hatten die Holländer ihre Stützpunkte und konnten 1624 trotz
aller Steilküste auch Salvador selbst für 10 Monate besetzen.
Im Zentrum Salvadors findet man eine Unmenge von Konventen, Kathedralen und solchen Dingen wie z.B. das Denkmal an den ersten Erzbischof Brasiliens an der "Praça da Sé", dem Platz des (Bischofs-) Sitzes. Noch pittoresker wirkt das daran anschließende Viertel Pelourinho. Seinen Namen verdankt es einem Platz, auf dem man die Afrikaner in einen Pranger steckte, wenn sie etwas Falsches getan hatten. Es ist übrigens nicht so, daß sich die Verschleppten aus Afrika alles ohne Gegenwehr gefallen ließen, was man Ihnen antat. Vor allem in Bahia waren die afrikanischen Traditionen immer stark. In der Frühzeit des europäischen Sklavenhandels hatte man solche Menschenmassen aus Afrika hierher entführt, daß man sich nicht die Mühe machte, sie von ihren Häuptlingen und Medizinmännern zu trennen. Besonders in der ersten Hälfte des 16-ten Jahrhunderts kam es in Bahia zu zahlreichen Sklavenaufständen. Und schon ab 1630 hatten sich viele entkommene Sklaven zu Fluchtburgen (= Quilombros) zusammengeschlossen. Im größten davon hatten sich bis zu 30.000 Entlaufene organisiert. Zu einer bemerkenswerten Neuauflage dieser Geschichte kam es am Ende des 19-Jahrhunderts durch das Quilombro de Canudos, einer Geschichte, die die brasilianische Regierung unter allen Umständen zu vertuschen versuchte: mehr dazu ... Im Pelourinho brennt jeden Dienstag- und Samstagabend die Luft, die ganze Altstadt ist eine einzige große Fete ! Außerdem ist Salvador die Hochburg des brasilianischen Reggae und der wichtigste Live-Musik-Club an der Rua Gregorio de Matos ist zum Brechen voll ........ |
Salvador da Bahia
Praça da Sé
Pelourinho
Praça Tomé de Souza
Acarajé |
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