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Sharm el Sheikh
Die erste Pauschalreise meines Lebens
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Wenn man es gewohnt ist auf eigene Faust in Südamerika oder in China umherzureisen,
dann ist es schon ein eigenartiges Gefühl eine vorgefertigte Reise zu buchen, bei der nur Leute
aus der eigenen Region in einem gecharterten Flugzeug sitzen, bei der Landung klatschen,
am Flughafen jemand wartet, der einem den Weg durch Paß- und Zollkontrolle erklärt,
und am Ende sogar ein Bus bereitsteht, der einem zum vorbestellten Hotel bringt.
Aber es war einfach eine gute Gelegenheit. Meine Freundin aus Kiew war wieder zu Besuch,
so daß Freizeit angesagt war. Statt dann im Februar zusammen in Stuttgart rumzusitzen,
bin ich lieber auf den Vorschlag der Mädels vom Reisefieber in Stuttgart eingegangen,
die sagten: "Wir haben gerade sooo günstige Angebote nach Ägypten !"
Und es war schon ein bißchen verrückt, was man für die 370 Euro pro Nase
geboten bekam: den Flug, den Transfer zum Hotel, 7 Übernachtungen in einem guten
Hotel, Frühstück und Abendessen.
ist neben Hurghada auf der Festlandseite eines der bekannten Ziele des Massentourismus
am Roten Meer. Es liegt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel und ist in Europa vor
allem durch die Friedensgespräche zwischen Israel und Ägypten bekannt
geworden. Was bietet ein solcher Ort dem Reisenden ?
Einem echten Reisenden vielleicht nicht so wahnsinnig viel. Die Sehenswürdigkeiten
sind schnell aufgezählt und gewachsenem Leben oder irgendeinem Einheimischen, der
nicht im Tourismus arbeitet, wird er hier nicht begegnen.
Aber dem Urlauber doch einiges !!! Z.B. einen hohen Erholungswert
(weil man einfach nicht viel Gelegenheit hat, sich selbst Stress zu machen) und ganz
sicher Sonne und Meer.
"Meer" ist auch schon für die meisten das große Stichwort,
denn jeder Tauchfan kennt das Rote Meer. Sogar Wasserscheue können nach ein paar Schritten
ins Meer Fischschwärme in den unterschiedlichsten Farben bewundern, während sie ihm
um die Beine schwimmen.
Das alte Sharm el Sheikh war einst ein unbedeutender Fischerort. Noch heute ist es
ultra uninteressant und wird von den Touristen höchstens wegen der Schmuckgeschäfte
aufgesucht. Interessanterweise wurden wir von den Verkäufern dieser Läden
grundsätzlich auf russisch angesprochen, auch wenn wir untereinander nichts geredet hatten.
Auf ungefähr halbem Weg zwischen diesem alten Sharm el Sheikh und dem neuen Flughafen,
vor nicht allzu langer Zeit noch ein reiner Militärflughafen, hat man um die Na'ama Bay
ein Tourismusgebiet aus dem Wüstenboden "gestampft". Das alte Sharm el Sheikh, die Na'ama Bay und der Flughafen liegen
jeweils ca. 7 km auseinander. Alle neuen Anlagen wurden weitläufig in einer Art
neoarabischem Stil gebaut. Es gibt dort keine Gebäude mit mehr als 3 Stockwerken.
Als das Verrückteste an dieser ganzen künstlichen Geschichte emfand ich die
Straßen. Auch wenn sie mitten durch's Nichts führen, links und rechts mindestens
2 km Wüste, haben sie immer einen grünen Mittelstreifen mit blühenden
Sträuchern. Die müssen jede Nacht bewässert werden - mit Wasser, das die Ägypter
aus Hunderten Kilometern Entfernung herholen.
Eines vorweg - und der einzige Nachteil gegenüber Hurghada: Besuche an Orten wie Luxor sind
nur mit dem Flugzeug realistisch. Solche Ausflüge wurden Anfang 2002 für
ca. 250 Euro angeboten. Innerhalb unserer einen Woche hat dafür die Zeit nicht
gereicht.
Ausflugsziel Nummer 1 ist das Katharinenkloster. Dazu muß
man wissen, daß das südliche Drittel der Sinai-Halbinsel von einem
Granit-Gebirge eingenommen wird.
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Inmitten dieses Gebietes liegt das Katharinenkloster.
Schon im vierten Jahrhundert verbanden viele Christen der ersten Jahre
das Wandeln auf biblischen Pfaden mit der Suche nach Selbstfindung durch Einsamkeit
und ließen sich als Eremiten an diesem Ort nieder. Im sechsten Jahrhundert wurde
dann auf Veranlassung Kaiser Justinans die Klosteranlage mit ihren 15 Meter hohen
Mauern an der Stelle errichtet, an der einst Gott zu Moses durch den
brennenden Dornbusch gesprochen haben soll.
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400 Brüder haben damals hier gelebt. Heute sind
es noch 25, davon 20 aus Griechenland. Das Kloster liegt zwischen den beiden höchsten
Bergen des Sinai, dem Katharinenberg mit 2642 m und dem Mount Sinai mit 2285 m.
Dem Mount Sinai wird die Übergabe der 10 Gebote an Moses zugeschrieben. Daher wird er
meist Dschebel Musa oder auf deutsch Mosesberg genannt.
Aus irgendeinem Grund muß es wahnsinnig toll sein, den
Sonnenaufgang
vom Gipfel des Mosesberges aus zu beobachten.
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Daher werden Ausflüge dorthin
so angeboten, daß man ca. 23 Uhr vom Hotel mit einem Bus abgeholt wird, der gegen
2 Uhr 30 das Katharinenkloster erreicht. Von dort wandert die Gruppe mit Taschenlampen
auf einem Serpentinenweg gen Mosesberg. Auf dem letzten Stück sind die
oberen 700 "Stufen"
eines Pilgerweges zu überwinden, der insgesamt
3700 Stufen (oder was man im Granitgebirge so Stufen nennt) umfaßt und aufgrund
eines Gelübdes angelegt worden sein soll. Bei strammem Marsch ist der Weg in
2½ Stunden zu schaffen.
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Aber das Ganze ist nicht ohne, und wer nicht
einigermaßen fit ist, sollte hier verzichten oder sich mindestens teilweise
vom Kamel tragen lassen.
Oben ist es natürlich prächtig kalt. Aber man kann von den Beduinen heißen
Tee oder Kaffee kaufen und warme Decken leihen.
Wenn man dann nach 1 bis 2 Stunden in aller Ruhe den Abstieg antritt, kommt man
einigermaßen pünktlich morgens 9 Uhr zur Öffnung des
Klosters unten
an, um es vor dem Ansturm der großen Massen zu besichtigen.
Vor ein paar Jahren hatten die Amerikaner den Tunnel unter dem Suez-Kanal fertiggestellt.
Die USA hatten das den Ägyptern in den Abkommen von Camp David zugesagt. Seit
dem ist Sharm el Sheikh 510 Straßenkilometer von Kairo entfernt. So kommen
die Busse, die zwischen 1 und 2 Uhr nachts die Touristen von den Hotels an der
Na'ama Bay einsammeln, mit Pausen bequem morgens um 9 Uhr am
Ägyptischen Museum
in Kairo an.
Wenn man dort die Grabschätze des unbedeutenden, jung gestorbenen
Tut-ench-Amun bewundert,
fragt man sich unwillkürlich, wo die Grabbeigaben
all der anderen Pharaonen geblieben sind. Die meisten sicher schon im Altertum gestohlen
und das Gold eingeschmolzen !
So interessant das alles dort in diesem Museum ist,
nach 2 bis 3 Stunden waren wir platt. Dann ging es raus nach Gize zu den Pyramiden.
Wenn man Glück hat scheint die Sonne durch den Smog. Wir hatten kein Glück.
18 Millionen Kairoer hinterlassen eben ihre Spuren.
Nach dem Mittagessen reichte es noch für einen Basar-Besuch
und ab 17 Uhr war Rückfahrt angesagt.
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