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    Erste Reise , Zweite Reise , Yunnan , Kunming , Dali , Lijiang , Guilin , Xishuangbanna , Sichuan , Der Dafo bei Leshan , Die Dinosaurier von Zigong



          

    Warum nach China ?.... und warum dann gerade nach Yunnan und Sichuan ?

    Viele Leute haben ein scheues Interesse an China. Uns Europäern ist bewußt, daß wir einer vollkommen fremden Mentalität begegnen. Man hört manches, weiß es aber oft nicht recht einzuordnen. Also am besten mal selbst nachschauen.

    Die Gelegenheit dazu hatte ich erstmals 1999, als ich hörte, daß meine ältere Schwester zusammen mit einer in Deutschland lebenden chinesischen Freundin ein bestimmtes Gebiet Chinas besuchen wollte. Diese Bekannte ist beruflich stark engagiert und entsprechend straff hatte sie die Sache geplant. In Deutschland hatten wir Flugtickts Frankfurt - Shanghai und von dort weiter nach Kunming, der Hauptstadt Yunnans, gekauft. Für die sieben Tage in Yunnan war ein festes Programm bei einer Agentur in Lijiang gebucht - Reisen im chinesischen Stil war angesagt.

    Das bedeutet, daß man wenig Zeit verliert, jeden Tag oder jeden zweiten Tag ein anderes Hotel. Am frühen Morgen wandert die Reisetasche entweder zum Einchecken ins Flugzeug oder in den Kofferraum eines Wagens, der dann von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fährt. Jedes Mittagessen und jedes Abendessen ist mit der Tourbuchung vorausbestellt. Und man ist stets in Begleitung eines Guides. Im Falle von Yunnan ist das ein junges Mädchen in der Tracht der jeweiligen örtlichen Minderheit. Wegen der geringen Zahl unserer Gruppe (3) konnten unsere Führerinnen aber immerhin auf das Fähnchen verzichten, mit dem sie normalerweise ihre Gruppe zusammenwedeln und wir mussten auch keine einheitlichen Mützen aufsetzen.

    Ich selbst war ganz überrascht, daß ich den Stress mit dem ständigen Tasche ein- und auspacken gut überstanden habe. Weil mir das Ganze ein bißchen schnell ging, und ich außerdem sehr beeindruckt war von China, hatte ich beschlossen, diese Region Chinas noch einmal in meinem Stil zu besuchen. Das bedeutet, ruhig auch 'mal ein paar Tage länger an einem Ort zu bleiben. Das ist dann im Juli 2000 geschehen.

    Yunnan bietet wirklich sehenswerte und vielfältige Attraktionen innerhalb einer einzigen Provinz und Sichuan ist im Gegensatz dazu so etwas, wie das richtige alte China.


    Die erste Reise, 9 Tage im Oktober 1999

    führte uns nach Shanghai zu einem kurzen Besuch im Haus der Eltern der chinesischen Bekannten und dann gleich weiter nach Kunming, der Hauptstadt Yunnans. In Yunnan besuchten wir außerdem den Steinwald bei Shilin, Dali, und Lijiang. Von dieser Reise stammen alle Fotos aus Dali, Lijiang, Shilin, Kunming und Shanghai.

    Was mich am meisten überrascht hat, ist, daß das China-Bild, das ich aus vielen Fernseh-Reportagen berühmter deutscher Journalisten von den Bergprovinzen Chinas gewonnen hatte, Lügen gestraft wurde.

    Rückständige Dörfer mit barfüßigen Bauern waren vor 10 Jahren vielleicht noch normal im Südwesten Chinas. Aber in den neunziger Jahren sind unglaubliche Mengen Beton verarbeitet worden. Wenn es irgendwo noch ein altes Stadtviertel gibt, so darf man nicht überrascht sein, wenn wenige Monate später stattdessen dort riesige Betonklötze stehen. Und in den Städten Yunnans steht ein Internet-Café neben dem anderen. Alles ist sehr, sehr entwickelt !

    Ein paar Worte zu den Stationen ...

    Yunnan

    ist eine von 26 chinesischen Provinzen, liegt südwestlich Kernchinas und grenzt an Myanmar (früher Burma), Laos und Vietnam, sowie an die Provinzen Tibet, Sichuan, Guishou und Guangxi. Yunnan beherbergt neben den Han-Chinesen Angehörige von 25 anerkannten Minderheitennationen. Die beiden Silben Yun und Nan bedeuten Wolke und Süd. Der Legende nach entstand der Name im 8-ten Jahrhundert, als ein Prinz aus der Region den Kaiserhof besuchte. Gefragt woher er komme, antwortete er: von noch weiter südlich als das Regenrebiet in Süd-Sichuan.

    Der größte Teil Yunnans wird von einer etwa 2000 Meter hoch liegenden Ebene eingenommen. Daher wird es hier im Sommer nicht so ätzend heiß wie in den meisten Gebieten Chinas. Yunnan gilt als die Hochebene des ewigen Frühlings. Im Süden liegt die subtropische Region Xishuangbanna (= Land der zwölf Reisfelder), Chinas Mini-Thailand, während der Norden und Nordwesten schon ein bißchen tibetisch ist und über 5000 Meter hohe schneebedeckte Berge hat.


    Kunming

    hat heute 3 Millionen Einwohner und viel, viel Beton. Alles sehr modern und sehr entwickelt. Es gibt Straßenkreuzungen im Zentrum, wo die Bereiche für die Fußgänger, die Fahrradfahrer und die Autos jeweils durch hohe Gitter voneinander abgetrennt sind, weil sonst das allgemeine Verkehrschaos sofort zum Stillstand käme. Wegen der Vielzahl der Menschen müssen die Chinesen vieles sehr viel ausgeklügelter organisieren als wir Europäer.

    In Kunming studieren über 1000 junge Leute aus Europa, Australien und Nordamerika. Die meisten fühlen sich hier sehr wohl und einige bleiben sogar nach dem Studium da.
    In der Nähe der Universität gibt es Lokale wie das legendäre "Journey to the East Café" oder das neue "Flying Tigers". Dort bekommt man die aktuellsten Infos.


    Dali

    ist eine bezaubernde kleine Stadt am Erhai-See, dem siebtgrößten See Chinas.
    Dali ist berühmt für die 3 Pagoden aus dem 9-ten Jahrhundert und für die entspannte Athmospäre, die viele Rucksacktouristen anlockt. Es sollte sogar eine Art zweites Katmandu werden. Aber auf Drogen reagieren chinesische Behörden ausgesprochen unentspannt.

    Natürlich läuft oder lief der Drogenhandel aus Burma zur chinesischen Ostküste über Yunnan. In den neunziger Jahren gab es in Kunming die ersten Todesurteile Chinas wegen Handels mit Heroin.
    Dali ist außerdem die Stadt der Bai-Minderheit. Die Bai bildeten vom 10-ten bis zum 13-ten Jahrhundert ein mächtiges Reich. Ihre Sprache ist nicht weit von Mandarin entfernt und jede organisierte Touristengruppe wird von einem jungen Mädchen in der Tracht der Bai begleitet.


    Lijiang

    ist das chinesische Rothenburg ob der Tauber. Zehntausende von Chinesen strömen hierher um sich anzuschauen, wie China vor 20 Jahren ausgesehen hat. Die Altstadt ist wirklich sensationell und heutzutage einmalig in ganz China. Daneben wurde eine großzügig angelegte Neustadt gebaut. Sehr viele Touristen aus der Volksrepublik. Daher keine Kneipe ohne Karaoke und viele Massageangebote (wirklich zum Massieren !).

    Lijiang ist das Zentrum der Naxi-Region. Das Volk der Naxi war wegen seiner matriarchalischen Komponenten Objekt vieler Studien. Die Sprache soll Ähnlichkeiten zum Japanischen aufweisen.

    Heute stehen die Naxi an den Touristenspots herum und warten auf Kunden, die auf ihren Yaks oder Pferden reiten wollen, sich auf Yaks sitzend in Naxi-Tracht fotografieren lassen wollen, warme Kleidung für den Ausflug auf den Jadedrachenberg oder Stiefel für das Waten im heiligen Fluß ausleihen wollen.

    In der Nähe Lijiangs liegt die Tigersprungschlucht, mit 16 km Länge und 2500 m bis 3000 m Tiefe eine der atemberaubendsten Schluchten der Welt.

    Außerdem hat man bei klarem Wetter eine wunderbare Sicht auf den schneebedeckten Yulongshan, den Jadedrachenberg, mit 5596 m der höchste Berg Yunnans. Wegen seiner bröseligen Konsistenz unbestiegen.


    Die zweite Reise im Juli 2000

    Bald gab es eine zweite Gelegenheit für einen Chinabesuch. Für Anfang Juli 2000 stand ein privater Besuch in Malaysia an. Das bedeutet 12 Stunden unbequem eingezwängt im Flugzeug sitzen. Wenn das schon sein muß, was liegt dann näher als einen Abstecher nach Yunnan anzuschließen ?

    Ich habe dann versucht herauszubekommen, wie ich schnell und billig von Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur nach Yunnans Metropole Kunming kommen kann. Überzeugende Antworten gab es zunächst keine, die Flüge z.B. über Bangkok ziemlich teuer. Die geschickteste Lösung war schließlich folgende: Ein Ticket von Frankfurt nach Kanton (Guangzhou) von Malaysian Airlines. Das sind dann natürlich zwei getrennte Flüge via Kuala Lumpur, die man in Malaysia beliebig lange unterbrechen kann.

    So startete meine zweite China-Reise also in Guangzhou. Diesmal allein, vollkommen ungeplant und außer dem Rückflug nichts vorausbezahlt. Guangzhou ist berühmt für seine kantonesische Küche, aber teuer und im Sommer verdammt heiß. Die Stadt erschloß sich mir erst auf der Rückreise ein wenig, nachdem sie mir ein Engländer in Kunming im "Journey To The East"-Café erklärt hatte. Übrigens rührt unser europäischer Name Kanton daher, daß die ersten Europäer den Namen der Provinz Guangdong schlecht verstanden und einfach als Namen für die Stadt übernahmen. Die Stadt hieß nie anders als Guangzhou.

    Wenige Busstunden von Guangzhou entfernt liegen Hongkong und Macau.
    Von Hongkong versprach ich mir nicht viel, aber Macau wollte ich unbedingt vor dem Rückflug besuchen. Das ist dann auch geschehen, allerdings mit Problemen, weil mein China-Visum nur für einmalige Einreise galt. In dem Moment, wo man die Grenze nach Hongkong oder Macau überschreitet, ist man aus China ausgereist und benötigt dann ein neues Einreisevisum um zurückzukommen. Tipp: Das China-Visum immer für mehrfache Einreise beantragen, im Voraus kostet das nur wenig mehr.


    Guilin, Provinz Guangxi, und Yangshuo

    Ich wollte also von Guangzhou Richtung Yunnan reisen.
    Auf dem Weg liegt der Li-Fluß, seit altersher für die Schönheit seiner Landschaft berühmt. Die Hauptstadt der Provinz heißt Guilin. Hier starten Ausflugsschiffe flußabwärts den Li-Fluß entlang. Zuerst hatte ich vor, von Guangzhou aus mit einer Fähre den Perl-Fluß flußaufwärts bis Wuzhou und dann weiter mit einem Bus nach Yangshuo zu fahren.
    Es gab aber definitiv zu diesem Zeitpunkt keine Fähre. Nächste Möglichkeit: Eisenbahn. Samstag abend gegen 22 Uhr war ich dann am Bahnhof in Guangzhou um mich nach einer Fahrkarte zu erkundigen. Es war richtig voll dort und ziemlich chaotisch. Da ich unbedingt am Folgetag weiter wollte, habe ich dann auf 13 Stunden Zugfahrt verzichtet und den einfachsten Weg gewählt: 50 min. Flug für 520 ¥ = 135 DM.

    Es ist vollkommen egal, ob man in China die Inlands-Flugtickets im 4-Sterne-Hotel, im Stadtbüro der Gesellschaft X oder Y oder am Flughafen kauft, es kostet überall den gleichen Preis. Und man kommt von überall nach überall. Bedenkt man die Vielzahl der Verbindungen, so ist klar, daß die Chinesen am Himmel genauso ein Verkehrschaos haben wie am Boden. Man kann dort zum Flughafen gehen wie in Europa zur S-Bahn, es wird schon bald einen Flug in die gewünschte Richtung geben. Aber mehr dazu unter Reisen in China.

    Kommt man also am Flughafen in Guilin an, so steigt man am besten in den bereitstehenden Bus zur Stadt, verläßt diesen kurz vor der Endstation in der Nähe des Busbahnhofs, nimmt den nächsten Bus ins 70 km entfernte Yangshuo und genießt einen wunderschönen Urlaub. Ich bin ungeschickterweise zwei Tage in Guilin, der Hauptstadt Guangxi's geblieben. Das ist eine gut entwickelte Metropole, man kann aber trotzdem auch "richtiges " China erleben.

    Ist man nun nicht gerade in einer Stadt, wo Langnasen noch eine Seltenheit sind (in Zigong , Sichuan, war das so), so muß man auch mit Chinesen rechnen, die Westlern gegenüber reserviert sind. Bei alten Leuten kann es eine Rolle spielen, daß ihnen zu Maos Zeiten eingetrichtert wurde, es sei ihre patriotische Pflicht, die weißen Teufel zu schädigen so gut es geht. Meist ist der Grund aber eher der, daß sie wegen der Sprachprobleme irgendein Mißverständnis befürchten und Angst haben schlecht auszusehen. Das ist die Sache mit dem "Gesicht verlieren", wobei man noch wissen muß, daß Chinesen gegenüber Nicht-Chinesen grundsätzlich nicht ihr Gesicht verlieren können und sich deshalb auch so unmöglich benehmen können, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt. Wenn sie also Angst haben, dumm auszusehen, so genieren sie sich nur gegenüber anderen Chinesen, die vielleicht die Szene beobachten könnten !

    Im Tourismus spielen westliche Besucher nur eine völlig untergeordnete Rolle. 95 % aller Touristen sind Reisende innerhalb der Volksrepublik und vom Rest sind der größte Teil Auslandschinesen.

    Ganz anders ist das in Yangshuo. Für chinesische Verhältnisse nur eine winzige Stadt. Sie hat sich aber ganz dem Langnasen-Tourismus verschrieben und sehr viele Leute können englisch. Außerdem kann man hier Souvenire wie T-Shirts mit witzigen chinesischen Sprüchen, Mac-Mao oder auf alt gemachte Fächer kaufen, die anderswo nie angeboten werden, weil die chinesischen Touristen sich mehr für Calvin-Klein-Imitate und Plastik-Muscheln interessieren. Naja, notfalls noch Jade-Armreifen, in Yunnan oft auf fußballplatzgroßen Flächen angeboten.

    Wenn man direkt aus Europa kommt, ist Yangshuo vielleicht nicht die große Sensation. Aber nach ein paar Wochen richtiges China ist es eine wahre Erholung und auf jeden Fall eine Reise wert. Außerdem sind die Ausflugsfahrten auf dem Li-Fluß von hier aus erheblich billiger als von Guilin aus.

    Ok, es war schön und ich werde wieder hierher kommen, aber nach ein paar Tagen in Yangshuo war es Zeit endlich nach Yunnan weiterzureisen. Am Flughafen in Guilin, im Warteraum für den Flug nach Kunming, stand eine junge Chinesin mit einem Wägelchen herum und starrte Löcher in die Luft.

    Ein Auslandschinese aus Kalifornien erklärte mir, daß sie ein Hotel in Kunming anbietet. Die Fotos sahen nicht schlecht aus und der Preis, 100 ¥ = 25 DM war auch überzeugend, Transfer inbegriffen. Nicht schlecht gestaunt habe ich dann im Hotel selbst, eine 50 Quadratmeter-Suite mit perfektem hochgekacheltem Badezimmer. Der Preis laut Aushang wäre 480 ¥ gewesen, aber es blieb tatsächlich bei den 100 ¥, so daß ich 5 Tage in Kunming geblieben bin ohne ein einziges Foto zu machen, weil ich ja Kunming schon von der ersten Reise her kannte.

    Einem Kanadier finnischer Herkunft, in Brasilien aufgewachsen und in Kunming und Chengdu studiert, erzählte ich, daß ich nun runter nach Xishuangbanna, danach Richtung Norden nach Sichuan und später zurück nach Guangzhou wollte. Die Antwort vom China-Insider war interessant:

    "Ach, Xishuangbanna ist ok, aber vergiß Sichuan. Das ist einfach nur China. Wenn du das mal kennst, ist es überall das Gleiche. Aber ich hab' schon so viel Gutes über Laos gehört. Hier in Kunming gibt es ein laotisches Konsulat. Vergiß deinen Flug von Guangzhou nach Kuala Lumpur, besorg' dir ein Visum für Laos, das dauert höchstens eine Woche, und fahre mit dem Bus durch Laos und Thailand runter nach Malaysia. In Kuala Lumpur kannst du dann in dein Flugzeug einsteigen".

    Interessante Idee, wenn ich zu diesem Zeitpunkt nicht schon 4 Tage in Kunming gewesen wäre, hätte ich das auch gemacht. So blieb es bei dem Plan dem Südabstecher nach Xishuangbanna einen Besuch im chinesischen Kernland folgen zu lassen.

    Xishuangbanna

    Von Kunming nach Jinghong, der Hauptstadt des Gebietes Xishuangbanna,
    gibt es mehrere Flugzeuge täglich. Die Alternative zum 50-minütigen Flug ist eine ca. 24-stündige Busfahrt. Man baut aber neue Straßen, so daß der Landweg künftig schneller wird.

    Jinghong hat 200.000 Einwohner, liegt am Mekong (chinesisch: Lancang), hat viele Hotels und bietet viele interessante Ausflugsmöglichkeiten.
    Zum Beispiel Trekking. Sara stammt aus Yangshuo , hat dort früher als Kellnerin gearbeitet, spricht ein wunderbares Englisch und betreibt heute das Forest-Café in Jinghong an der Kreuzung der Straßen Manting Lu, Jingde Lu und Galan Nan Lu.

    Während meiner Woche in Xishuangbanna bot sie den wenigen westlichen Touristen ein Trekking an. So kam ein bunter Haufen zu zwei ziemlich harten Tagen in einer abgelegenen Gegend, in der man etwa alle 5 Stunden auf ein Dorf der Thai-Minderheit trifft. Trotz großer Hitze trafen wir immer wieder auf derart versumpfte Stellen, daß es fast kein Durchkommen gab.
    Aber die Übernachtung im Bauernhaus und die schöne Landschaft haben das bei Weitem aufgewogen.

    Es geht natürlich auch stressfreier. Nach 50 Minuten Busfahrt erreicht man die Thai-Tempel von Ganlanba. Dort wird professionelles Wasserspritzen betrieben, ein Brauch, der bei den Thai früher nur zum Neujahrsfest Anfang April üblich war. Die Tempel sind alle nach der Kulturrevolution neu gebaut oder wieder hergerichtet. Wie man an den vielen Mönchen sieht, haben die Thai trotz Kulturrevolution ihre Religion bewahrt.
    Zum Teil sind sie während dieser Zeit einfach über die Grenze nach Laos ausgewichen.

    Spätestens um 7 Uhr morgens muß man losfahren, wenn man nach 3 Stunden Busfahrt noch die Reste vom Feste beim Sonntagsmarkt in Menghun erleben will. Die Bauern aus der Umgebung, Angehörige verschiedener Minderheitenvölker, strömen herbei, um ihre Erzeugnisse anzubieten und um selbst Einkäufe zu machen.

    Keine Touristen !!!


    Sichuan

    Nach 7 schönen Tagen im Minderheitengebiet habe ich dann beschlossen nach Sichuan aufzubrechen. Wenn man auf drei bis vier Tage Bus- und Zugfahrt verzichtet und es sich lieber einfach machen will, geht man schlicht zum Flughafen, bezahlt das Ticket und ist drei Stunden später in der Brokatstadt Chengdu, der 4-Millionenstadt und Hauptstadt Sichuans.

    Sichuan ist berühmt für scharfes Essen, die Erfindung des Naßanbaus von Reis und für seine Panda-Bären.

    Will man die schwarzweißen Bärchen in freier Wildbahn beobachten, so muß man sein Glück in den Bambuswaldgebieten 100 bis 150 km nördlich von Chengdu versuchen. Pandas fressen Unmengen Bambus. Nichts für mich.

    Das Traffic-Hotel in Chengdu ist ein Treffpunkt für alle, die weiter nach Tibet wollen. Einzeln kann man dort als Langnase heute nicht einreisen, auch nicht auf dem Landweg. Versucht man ein Busticket nach Tibet zu kaufen, so heißt es "mei you: gibt es nicht !" Im Traffic-Hotel kann man sich kleinen Gruppen anschließen, die nach Lhasa fliegen. Zu diesem Zeitpunkt auch nichts für mich.

    Schon eher etwas für mich wäre ein Ausflug nach Emeishan, dem heiligen Berg bei Emei. Seit altersher wandert man von Emei in zwei Tagen ganz nach oben und erreicht dort etwa 3000 Meter Höhe. Übernachten kann man unterwegs in einem der zahlreichen Klöster. Die weniger traditionellen Touristen ziehen allerdings die Busfahrt nach oben vor.

    Der Dafo bei Leshan

    Ich bin auch nicht hoch. Stattdessen zusammen mit einer deutschen Studentin, die ich in Chengdu getroffen hatte, von der Bahnstation Emei mit einem Bus weiter nach Leshan, um Dafo, den großen Buddha zu besuchen.

    Ungefähr 90 Jahre brauchten die Mönche im 8-ten Jahrhundert um die 71 Meter hohe Figur aus dem Fels zu schlagen.

    Der Bursche hat auch deswegen die letzten 1200 Jahre so gut überstanden, weil er im Innern Abflußrohre für das Regenwasser hat.


    Die Dinosaurier von Zigong

    Nach dem Leshan-Ausflug verließ ich Chengdu mit dem Bus Richtung Zigong. Das ist eine Kleinstadt auf der halben Strecke nach Chongqing. 1972 hat man in der Nähe eine derartige Unmenge an Dinosaurierskeletten gefunden, daß man an Ort und Stelle ein Museum gebaut hat.
    In Zigong war ich dann endlich mal für zwei Tage der einzige Ausländer in der Stadt. Interessantes Erlebnis.

    Nicht schlecht waren auch die klapprigen Stadtbusse. Was der oben hat, ist nicht sein Gepäck, sondern ....... der Tank ! In Zigong wird seit über 2000 Jahren Salz abgebaut. Dabei wird Naturgas gewonnen, mit dem die öffentlichen Busse betrieben werden.
    Von Zigong aus bin ich weiter zur Mega-Metropole Chongqing , nicht besonders sehenswert. Dort hab´ ich mich trotz des drohenden Staudammprojektes, Fertigstellung 2009, gegen die dreitägige Drei-Schluchtenfahrt auf dem Changchiang (in Deutschland besser unter Yang-Tse bekannt) entschieden und hab' mir stattdessen einen Abstecher zur ehemaligen deutschen Kolonie Qingdao geleistet.

    In Jinghong hatte ich in der Zeitung gelesen, daß genau für diese Zeit der Besuch eines US-Kriegsschiffes erwartet wurde, der erste Flottenbesuch nach dem tragischen Beschuß der chinesischen Botschaft in Belgrad 1999.
    Von der US-Flotte war dann aber nichts zu sehen.

    So habe ich außer dem Gästehaus des ehemaligen deutschen Gouverneurs (Herr Treppel hat es echt nicht schlecht getroffen) vor allem der berühmten Tsingtao-Brauerei einen Besuch abgestattet. 1903 wurde sie als Germania-Brauerei gegründet.

    Danach über Guangzhou und Kuala Lumpur zurück nach Deutschland.

    War 'ne schöne Reise, vor allem aber interessant ! Und die Provinz Yunnan kann ich nur jedem weiterempfehlen.


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