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CanudosRebellion im SertãoWenige Jahre zuvor war das Kaiserreich abgeschafft und die brasilianische Republik gegründet worden. Zu den ersten Maßnahmen gehörte die Einführung einer Gemeindesteuer. Der Conselheiro agitierte dagegen und forderte öffentlich zur Verweigerung auf. Da versteht aber kein Staat Spaß, zumal wenn er von Armeeoffizieren regiert wird. Der Conselheiro floh mit seinen Anhängern auf die Fazenda Canudos bei Belo Monte irgendwo im Sertão, dem trockenen Hinterland Bahias, wo es manchmal jahrelang nicht regnet. Bald sprach sich herum, wo er war, und es schlossen sich viele an, ehemalige Sklaven, Tagelöhner, überschuldete Bauern. 1895 waren es schon 25.000. Damit war Canudos nach der Hauptstadt die zweitgrößte Ansiedlung Bahias. Im November 1896 schickten die Generäle ihre Soldaten. Aber die Leute von Canudos wehrten sich und schlugen die Armee in die Flucht. Drei Strafexpeditionen scheiterten auf diese Art. Bis Rio schließlich eine Armee von 10.000 Soldaten unter General Artur Guimarães in den Sertão sandte. Sie beschossen die Siedlung mit Kanonen und Dynamitbomben und konnten sie nach 3 Monaten Belagerung am 5.Oktober 1897 erobern. 5.000 Soldaten waren bei den Kämpfen ums Leben gekommen. So war die Rache der Sieger schrecklich. Sie massakrierten fast alle Männer und versklavten oder verkauften die Frauen und Kinder. Einige Überlebende wurden nach Rio verschleppt. Dort siedelten sie sich auf den Hügeln nahe des Zentrums an. So entstand der Begriff Favela, denn Favela ist eine Pflanze aus dem Sertão. Der Conselheiro selbst war schon einige Wochen vor der Eroberung gestorben. Lange versuchte man in Brasilien ihn und Canudos totzuschweigen. Nachdem in den Sechziger Jahren wieder die Rede davon aufkam, überspülte die Militärregierung 1968 die ganze Gegend durch einen Stausee. 1996 sind die Ruinen nach einer besonders langen Trockenzeit aber wieder aufgetaucht.
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